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Michael Ausgleich

BÜRGERJOURNAL - Kolumnist Michael Ausgleich

Deine positive Energie gibt mir Kraft
die das Unmögliche zu verwirklichen schafft.
Was nicht klar und für jedermann verständlich
Wird im Alltag scheitern, am Mensch letztendlich.
Die meisten Probleme sind dimensional
für den Einzelnen also nicht immer ideal.
Kohr sagte, Mensch sei klein und sensibel
und dass alles Große wär ein Übel.

Interessen: Spiritualität, gelebte Gemeinschaften, Wissen allgemein, Liebe, Sprachen, weitere Klageschriften verfassen


Die 4 Elemente, oder warum Gegensätze unerlässlich sind

Nicht nur anhand meines Pseudonyms sondern auch bei genauerer Betrachtung des von mir gewählten Symbolbildes stellt man fest, dass mir an der Versöhnung von Gegensätzen, also am Ausgleich, enorm viel liegt. Die meisten Konflikte unserer turbulenten, umwälzungsreichen Zeit, von Kriegen über Gewaltausbrüche im Alltag bis hin zu vermeidbaren Rechtsstreitigkeiten, rühren daher, dass irgendwo zwei Pole, also Gegensätze aneinandergeraten, wobei der eine den anderen besiegen oder zumindest unschädlich zu machen bestrebt ist. Der Gegenpol tut meistens selbiges oder trachtet zumindest danach, seinen Widersacher loszuwerden.

Alles im Leben, alles was uns umgibt, beruht auf der Polarität oder anders, nämlich philosophisch ausgedrückt: Nichts ist ohne sein Gegenteil vorstellbar. Gäbe es keine Frauen oder hätte sie es im Laufe der langen, konfliktreichen Geschichte des Homo Sapiens nie gegeben sondern eben nur Männer, dann verlören diese ihr sie von den Frauen unterscheidendes Alleinstellungsmerkmal. Kurz gesagt: Wir wüssten nicht, was Männer sind, wenn wir uns der weiblichen Form des Menschen nicht bewusst wären. Anderes Beispiel: Wir wären uns des Tages nicht bewusst, wenn wir nicht sein Gegenstück, die Nacht, kennten.

Da ich so wie viele andere, mitfühlende Wesen in der heutigen Zeit an den krebsartigen Auswüchsen der Weltprobleme und somit leider auch am damit verbundenen Leid in Österreich verzweifle, sollte es also nicht nur für mich sondern für jeden humanistisch geprägten Menschen naheliegend sein, alles was ist als gleichermaßen gültig zu betrachten und auch Menschen, die „anders“ sind, in ihrer Weltsicht zu akzeptieren.

Alles, was passiert oder existiert, hat seine Berechtigung, denn sonst geschähe es nicht. Ob wir nun all dies bewerten oder sein lassen, liegt an uns. Schaffen wir es, unsere Weltsicht und unser Handeln mit der Existenz dieser Polaritäten in Einklang zu bringen, so wird die Welt hoffentlich bald eine friedlichere sein.


MEIDLINGER KLAGESCHRIFT WIDER DEN STROM.

Wien im Jahre 2016. 1120. Genauer gesagt Meidling. Herkunftsbezirk der ehemals berühmt-berüchtigten Unterschichten-Band Alkbottle. Ob diese in den 90er Jahren im Viertel bekannte, bunt zusammengewürfelte und aus eher einfach gestrickten Menschen bestehende Musikgruppe noch in irgendjemandem Erinnerungen weckt? Zweifel sind angebracht, zumal in unserer schnelllebigen Zeit das Vergangene im Windeseile vergessen und eventuell sogar als ungeschehen abgetan wird.

Ach ja, dann gibt es noch eine meidlinger Besonderheit, nämlich den im Wiener Großraum als regionaltypisch-proletenhaft verschrienen lateralen apikal-dentalen Konsonant. Gut, ich gebe zu, dass diese sprachwissenschaftlich-exakte Definition nicht immer zu Klarheit führt, eher bewirkt sie das Gegenteil, nämlich verständnisloses Schulterzucken. Hierbei handelt es sich ganz einfach um das meidlinger „L“. Wie dieser Laut auf den Menschen wirkt, sei wohl jedem selbst überlassen. Jedenfalls, so glaube ich, ist man ihm gegenüber keineswegs neutral eingestellt, entweder man schätzt ihn als Alleinstellungsmerkmal des 12. Hiebes oder nimmt vor Ekel die Beine in die Hand.

Ansonsten sei noch Österreichs von der Anzahl der täglichen Zugfahrten her meistfrequentierter Bahnhof zu nennen, der den gleichen Namen wie der Bezirk trägt und vor allem durch seine hektische Betriebsamkeit besticht. Wie eine nur mit Gleisen bedeckte Betonplatte fräst sich die südliche Bahnhofsausfahrt durch den meidlinger Einschnitt, wo ein Teil der Strecke in den Lainzer Tunnel mündet und den Ausgangpunkt der Westbahnstrecke gen Salzburg, Schland und Schweiz markiert. Die Südbahn in Richtung Styria und Carinthia nimmt kurzzeitig dieselbe Richtung, bleibt aber noch ein wenig auf dem Damm und verkriecht sich erst zu dem Zeitpunkt - wenn Gloggnitz und Mürzzuschlag durch ein Loch verbunden sein werden.

Nun, viel mehr gibt es meiner Ansicht nach über meinen Heimatbezirk nicht zu sagen, einer Gegend, wo alles apathisch mehr oder weniger dahinlebt und seinen Überlebensunterhalt zu verdienen bestrebt ist. Dass sich einzelne, hochschwingende oder gar hypersensible Menschen in solch einer künstlichen Umgebung nicht unbedingt wohlfühlen mögen, ist, so nehme ich an, jedem oder jeder reflektierenden einleuchtend. Wohl nicht ganz zufällig erscheinen mir deshalb auch die meisten Zeitgenossen, welchen ich in den Häuserschluchten begegne und die wie Kälber auf ihre tragbaren Spielkonsolen starren wie Autisten, denen dunkle Kräfte ihre Seelen ausgesaugt haben. Isolieren auch sie sich von der auch sie verstörenden Zeit und wünschen sich vielleicht mehr Seelennahrung? Oder gar die Antwort auf die Frage warum sie hier auf Erden sind?

Vielleicht sollte unsere der spätrömischen Dekadenz anheimgefallene Gesellschaft mal dringend auf die Therapiecouch und sich die wichtige Frage stellen, ob unser derzeitiges Wirtschafts-und Gesellschaftssystem überhaupt dem deutschen (ja, ich verwende diesen Begriff bewusst!), in weiterem Sinne auch dem Mitteleuropäischen Wesen entspricht, oder ob dunkle Kräfte nach den beiden Weltkriegen nicht ein uns artfremdes System aufoktroyiert haben, damit unsere Seelen gebrochen werden? In diesem Zusammenhang gehören auch die Zwangschristianisierung und das mit ihr verbundene Schulddenken, welches sich ja auch in unserem unmenschlichen Geldsystem widerspiegelt, mal gründlich unter die Lupe genommen und aufgearbeitet.

Diese meiner Ansicht wohlberechtigte Frage der Aufarbeitung sollte dringend mal in öffentlichen, möglichst alle Gesellschaftsschichten mit einbeziehenden Bürgerdiskussionen erörtert werden. Hierfür ist es ganz besonders unabdingbar, dass Menschen nicht nur soziale sondern auch spirituell-kommunikative Intelligenz aufweisen und lernen, Sachverhalte sowie ihr Anliegen möglichst klar und präzise in Worte zu fassen. Auch die dabei mitschwingende Energie sollte mitberücksichtigt werden und der einzelne Mensch somit auch in der Lage sein, zwischen den Zeilen zu lesen und zu erfühlen, worum es gerade geht. So etwas mag für viele Zeitgenossen etwas schwierig sein, wohl deshalb, weil meiner Ansicht nach in Österreich eine gepflegte Kommunikationskultur nie geherrscht hat oder durch gezielte Vertreibung der Intellektuellen eine geistige, das Volk führende Schicht fehlt. Diesbezüglich werde ich mich in einem anderen Artikel noch deutlicher äußern.

Eine solche Schicht von Intellektuellen darf keineswegs aus der Marktwirtschaft oder aus sonst welchen bekannten Unternehmen oder Konzernen stammen und auch nicht in den von den Mainstreammedien so häufig organisierten TV-Shows auftreten, da jeder, der erwerbsmäßig arbeitet, mehr oder weniger im System mitspielt und aus diesem Grunde allein schon immer auf seinen eigenen Vorteil bedacht ist. Selbstlosigkeit und ein Heraustreten aus dem eigenen Ego scheinen mir die wohl wichtigsten Charakterzüge einer geistigen Elite zu sein, welche insgesamt betrachtet über allen österreichisch-irdischen Belagen zu schweben hat, sehr wohl jedoch das aktuelle Geschehen in Österreich und der Welt unaufhörlich und eindringlich kommentieren sollte.

Ich stelle hier nochmals klar: Titel, Einkommen, Besitz sowie wirtschaftlicher Einfluss sind nicht maßgeblich dafür, ob jemand zu einer geistig-spirituellen Führungsschicht gehört, denn all diese Faktoren widerspiegeln nur unsere verfahrene Situation, in der das Haben mehr zählt als das Sein. Letztgenanntes ist wichtiger, also Charakter, Hilfsbereitschaft, die Fähigkeit, Dinge ganzheitlich zu betrachten und vieles mehr.

© Michael Ausgleich | Wien, am 17.07.2019